Und eigentlich waren wir nie weg. Erschreckend ist es trotzdem wie sehr wir das hier haben schleifen lassen. Aber rumlabern hilft nichts. Dann wollen wir Euch mal auf den neusten Stand holen.

Wo waren wir stehengeblieben? Ich habe euch erzählt wie wir unsere Bienen winterfest gemacht haben. Nun, wie wir alle wissen ist der Winter jetzt doch schon länger hinter uns. Alle unsere drei Völker sind (mit mehr oder weniger großen Verlusten) gut aus dem Winter gekommen. 

Auf dem Bild seht ihr unseren größten Bienenfall, also tote Bienen die aus der Wintertraube zu Boden gefallen sind. Schon ein harter Anblick für uns Imker. Aber auch das ist halt ein natürlicher Prozess, die Bienen waren zu alt/schwach für den Winter und haben es nicht mehr in den Frühling geschafft. Deutschland weit spricht man davon, dass ca. 20% aller Völker den Winter nicht überlebt haben. Aus Brandenburg werden sogar 40% gemeldet. Mir persönlich kommt die Zahl etwas hoch vor, da halte ich die 20% doch für realistischer. So oder so zeigt es aber, dass es keine Selbstverständlichkeit ist nach dem Winter wieder alle Völker begrüßen zu dürfen.

Umso froher waren wir, dass uns dieser traurige Anblick erspart geblieben ist. Aber natürlich haben wir auch schönere Bilder für euch. Wir haben uns im Winter eine kleine Endoskop-Kamera gekauft und konnten so einen Blick direkt in das Volk werfen den wir euch natürlich nicht vorenthalten wollen.

 

So viel erkennen tut man leider nicht, aber so aus der Nähe und in ihrer Umgebung wirken die Bienen doch anders. Hat was von einer Invasion der Außerirdischen.

Das Jahr ist eigentlich sehr früh mit hohen Temperaturen gestartet und so sind unsere Bienen schon geflogen obwohl die Natur noch keinerlei Nahrung bot. Umso länger musste also der Vorrat reichen den wir vor dem Winter zugefüttert hatten. Eine spannende Phase denn auch noch jetzt konnten die Völker an den Folgen des Winters sterben. Wir hatten es aber vor dem Winter sehr gut gemeint und so haben unsere Bienen auch diese Phase sauber überstanden.

Nebenbei haben wir uns Gedanken darüber gemacht wie es mit den Bees of Hannover weitergehen soll. Wir haben viele wirklich tolle Angebote bekommen und diverse Möglichkeiten haben sich ergeben. Die Nachfrage nach unserem Honig hat uns ebenfalls überrascht. Diese Unterstützung ist wirklich großartig. Nach kurzer Zeit war uns aber schnell klar, dass wir zwar noch ein bisschen wachsen wollen. Das soll aber natürlich passieren und keinesfalls nur um irgendeine Nachfrage oder irgendein Projekt zu bedienen. So toll die Möglichkeiten auch waren. Wir haben uns hier ein tolles Hobby aufgebaut und dabei soll es eben auch bleiben. Projekte bringen auch immer eine Verpflichtung mit sich und wir haben keine Lust darauf, dass das Hobby zur Last wird.

Am Schluss haben wir uns dazu entschieden unsere Völker von 3 auf 6 zu verdoppeln und es dabei dann zu belassen. Wir wollen hier wieder mehr bloggen und unser Wissen und unsere Erfahrungen mit der Welt teilen. Wir können uns beispielsweise sehr gut vorstellen mit unserer Ausrüstung Schulklassen zu besuchen und so einen Einblick in die Imkerei zu ermöglichen. Wenn hier also jemand Lust auf einen Schulbesuch von uns hat, schreibt uns doch einfach mal.

Schnell hatte sich die Natur wieder gefangen und überall wurde es grün und die Blüten öffneten sich. Das Bienenjahr konnte endlich richtig starten. Zu mindestens bis zum April. Der April war dann wieder sehr unbeständig und neben den Landwirten machte es auch den Bienen zu schaffen, dass viele Blüten durch den späten Frost erfroren sind. Der Frost kam zu einer Phase in der die Bienenvölker eigentlich im vollen Aufschwung sind und wachsen wollen. Die Temperaturen haben das Ausfliegen verhindert und das Wachstum stark gebremst… dachten wir.

Die Bienen haben phänomenal auf das kleine Wetterproblem reagiert, es schien als wollten sie die Natur ausgleichen und die Population unserer drei Völker ist schneller angewachsen als je zuvor. Wir hatten das Gefühl, dass die Bienen durch extremes Wachstum den miesen April ausgleichen wollten. Wirklich schön zu sehen wie die Natur immer ihre eigenen Wege findet um Probleme zu lösen und sich anzupassen. 

Eben haben wir noch überlegt wie es mit Bees of Hannover weitergehen soll und haben davon geredet natürlich zu wachsen und schon klingelt das Telefon und unser Imkerpate meldet sich. Seine Völker wachsen ebenfalls extrem schnell und er hat ein Volk abzugeben. Naja. Wir haben ja gute Erfahrungen mit den Bienen gemacht, schließlich stammen alle unsere Völker von seinen Bienen ab. Wir haben zugesagt, unser Imkerpate wird also ein weiteres Volk für uns ziehen. Kleiner Spoiler: das Volk ist am letzten Wochenende umgezogen und steht nun zusammen mit den anderen an unserem Bienenstand.

Aber irgendwie hat uns der Anruf dann doch hellhörig werden lassen. Seine Völker sind schon so groß, dass er Ableger ziehen muss um Druck aus dem Volk zu nehmen? Wie sieht das eigentlich bei unseren Völkern aus? Haben wir etwa das gleiche “Problem”?
Also schnell ins Auto und ab zu den Bienen. Natürlich sah es bei uns genauso aus. Zwei unserer Völker platzten aus allen Nähten. Darauf waren wir nicht vorbereitet. Das halbe Equipment war nicht mal bei den Bienen sondern noch daheim im Keller verstaut. Nach viel rumgegurke war es geschafft. Aus den übervollen Völkern haben wir jeweils 3-5 Rähmchen mit Bienen, Brut und Honig entnommen und in kleine Kästen umgehängt. Dadurch hat das Muttervolk wieder Platz um sich zu entwickeln und der Schwarmtrieb wird verringert. Denn wie wir aus dem letzten Jahr wissen, wenn ein Bienenvolk zu groß für die Behausung wird, haut es ab 😉

Wir hatten also zwei kleine Kästen mit jeweils knapp 5 Rähmchen doch was machen wir jetzt damit? Die Bienen fühlen sich natürlich noch dem Muttervolk verbunden. Unsere Damen sind ja schließlich treue Bienchen. Wenn wir also die Fluglöcher der Kästen einfach geöffnet hätten, wäre die Wahrscheinlichkeit groß gewesen, dass die Bienen einfach wieder zurück in das Muttervolk geflogen wären. Viel gewonnen hätten wir dann freilich nicht.
Um sicherzustellen, dass die Bienen sich zu einem neuen Volk zusammenfinden muss der Imker die Bienen mindestens 5, besser 10 Kilometer vom Bienenstand entfernt aufstellen. Ja. Klasse, wir standen also um 20 Uhr an unserem Bienenstand, hatten zwei neue Bienenvölker in der Hand und brauchten jetzt einen 10 Kilometer entfernten Standort.

Aber ich habe meinen Ursprung ja in Seesen. Also ab mit den Völkern in mein Auto und ab nach Seesen. In der Heimat dann mit zwei Bienenvölkern an der Haustür geklingelt und um Asyl gebeten.

Für die Völker hieß es also zwei Wochen Urlaub in dem Garten meiner Oma. Vor ein paar Wochen kamen auch diese Völker zurück nach Hannover und schon haben wir unser Wachstumsziel von 6 Völkern erreicht. Das ging dann wohl doch schneller als gedacht. Der Aufmerksame Leser konnte es übrigens schon im Headerbild sehen 😉 na, wer hat drauf geachtet?
An unserem Stand ist bei gutem Wetter jetzt auch ordentlich was los, da sind schon ein paar Bienen unterwegs und aktuell sollten es nochmal deutlich mehr sein.

Und es sind nicht nur viele, sie sind auch noch wahnsinnig fleißig. Dazu aber mehr im nächsten Blogpost. Nur so viel sei schon mal verraten, wir bewegen uns mit riesen Schritten auf unsere zweite Honigernte zu.

Vielen Dank für Euer Verständnis für die Wartezeit,

Maik

 

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