Heute hatten wir den vierten und damit letzten Tag unseren Anfängerkurses. Laut Schulungsplan sollten heute folgende Themen behandelt werden:

  • Honigernte
  • Honigverarbeitung
  •  Wachsschmelzen
  • Auffütterung
  • Winterarbeiten

Dadurch, dass viele Imker zur Zeit die Frühtracht ernten hatten wir die Möglichkeit selbst Honig zu schleudern.  Und dabei auch Honig direkt als er aus der Schleuder lief zu probieren. Mit einem Schleudergang können gleichzeitig vier Rähmchen geschleudert werden. Überrascht hat uns vor allem die  Menge an Honig die man aus nur vier Rähmchen gewinnt.

Frischer Honig direkt aus der Schleuder. #Schleuder #letitspin #beekeeping #Imkern #honig

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Zur Mittagspause hatten wir dann noch die Gelegenheit ein echtes Highlight live mitzuerleben. Auch Bienen haben zur Zeit Frühlingsgefühle und einen verstärkten Fortpflanzungsdrang.  Wenn ein Bienenvolk merkt, dass das Volk zu groß wird für die bestehende Unterkunft, dann kommt das Volk in Schwarmstimmung. Das Volk entscheidet sich eine weitere Bienenkönigin zu zeugen und mit dem Schlupf dieser neuen Königin verlässt die bisherige Königin mit einem Großteil aller Bienen die bisherige Unterkunft und geht auf die Suche nach einem neuen Zuhause.
Aus einem Volk werden also zwei Völker. Auf diese Art und Weise  verbreiten sich Bienen in der Natur.

Passend zu unserer Mittagspause ist genau das passiert. Eins der Schulungsvölker ist ausgeschwärmt und ca. 20.000 Bienen haben ihr Zuhause verlassen. Im Normalfall lässt sich ein solcher Bienenschwarm als erstes an einem Ort in der Nähe des alten Zuhauses nieder. Sie hängen dann mehr oder weniger in Form einer Traube beispielsweise  an einem Ast. So auch heute. Das Volk ist ausgeschwärmt und nach kurzer Sammelzeit hat sich das Volk zusammengefunden und hing dann komplett an einem Ast.

Bienenschwarm1Bienenschwarm2

Von dem Sammelpunkt aus sendet das Volk Kundschafter aus. Diese machen sich dann auf die Suche nach einer neuen Bleibe, sammeln Informationen und kommen dann wieder zu ihrem Volk zu dem Sammelplatz zurück. Das Volk bewertet die verschiedenen Umzugsmöglichkeiten und wenn das Traumhaus gefunden ist macht sich das ganze Volk auf den Weg in die neue Bleibe.
Da wir das Schulungsvolk nicht verlieren wollten haben wir das Volk wieder eingefangen um ihm eine neue Unterkunft vorzuschlagen die sie nicht ablehnen können. So eine schöne Beute ist dann doch wirklich schöner als jedes Baumloch.

Und jetzt zu der Frage die vermutlich jeder von Euch auf der Zunge hat: wie fängt man denn so ein Volk ein? Ist das nicht gefährlich?

Bienenschwarm einfangen

Wie man so ein Volk einfängt? Man hält eine Kist unter den Ast und schüttelt kräftig an ihm. Die Bienen fallen herunter und landen in der Kiste. Die Kiste legt man dann einfach auf den Boden und wenn die Königin mit in der Kiste gelandet ist, fliegen nach und nach alle Bienen in die Kiste zu ihrer Königin. Wenn die Bienen in der Kiste zur Ruhe gekommen sind kann man die Kiste verschließen und sie zu ihrem neuen, von uns gewählten, Zuhause bringen.

Ist das nicht gefährlich? Nein, es ist wirklich unglaublich entspannt. Ein Bienenschwarm hat absolut gar keinen Verteidigungsdran. Bienen verteidigen eigentlich nur ihr Zuhause und insbesondere ihre Nachzucht, also die Brut. Beides besitzt ein Schwarm nicht.  Sie haben kein Zuhause und keine Brut.  Ein Schwarm sticht also nicht. Ich selbst habe heute meinen Finger komplett in diese Bienentraube an dem Ast gesteckt. Durch das Gewusel und den Flügelschlag der Bienen vibriert es am ganzen Finger, aber passieren tut da rein gar nichts. Solltet ihr irgendwann einmal einen solchen Schwarm sehen könnt ihr übrigens jederzeit die Polizei oder die Feuerwehr verständigen. Die haben dann den Kontakt zu entsprechenden Imkern und der freut sich dann über das kostenlose Bienenvolk. Natürlich könnt ihr uns in dem Fall auch Bescheid geben 😉

Der letzte Schulungstag war wirklich ein mehr als spannender Abschluss und wir wollen uns wirklich ganz herzlich beim Imkerverein Hannover Süd bedanken für diese tolle Schulung. Danke auch an Michael, die Fotos vom Bienenschwarm stammen von ihm 🙂

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