Hallo liebe Freunde,

im letzten Post habe ich ja bereits erwähnt, dass wir uns mit großen Schritten auf die nächste Ernte zubewegen. Mittlerweile steht fest, dass wir dieses Wochenende unseren zweiten Honig schleudern werden. Denn die Honigwaben unserer Bienen sehen aktuell alle so aus:

Die Bienen haben den eingetragenen Nektar also durch mehrfaches einsaugen und wieder ausspucken (yummy :D) eingedickt und so Honig erschaffen. Wie bestimmt schon ein paar Mal erwähnt, ist die hellgelbe bis weiße Schicht auf den einzelnen Wabenkammern eine dünne Wachsschicht. Diese Wachsschicht wird von den Bienen auf den fertigen Honig aufgebracht um ihn zu konservieren. Der Imker spricht hier von dem Verdeckeln. Wenn der Honig verdeckelt ist, ist dies ein deutliches Zeichen dafür, dass der Honig geerntet werden kann. 

Auf dem zweiten Foto sieht man eine unverdeckelte Honigwabe. Hier sind die Bienen noch kräftig am ackern und entziehen dem Nektar fleißig Wasser.

Und das ganze nochmal aus einer Nahaufnahme. Man kann sogar den Füllstand der einzelnen Honigwaben erkennen.

 

Die Kontrolle darauf wie reif der Honig ist lief für mich leider nicht komplett schmerzfrei ab. Eine der kleinen Damen hatte irgendwie gefallen an meinem Mittelfinger gefunden und hielt es für eine gute Idee ihr Leben gegen Schmerzen und einen dicken Finger für mich einzutauschen. Für mich waren das dann 3-4 Tage ein dicker und juckender Finger, für sie der Tod. Ein schwacher Trost.
Das passiert gelegentlich, ist vermutlich Berufsrisiko. Warum ich euch das aber erzähle ist, dass ich den Stachel nicht, wie sonst immer, vor Wut irgendwo hingeworfen habe. Dieses mal habe ich den Stachel aufgehoben und ein paar Fotos gemacht.

So richtig schön lässt sich das leider nicht fotografieren, aber man erkennt, dass der Stachel mehr ist als eben nur ein Stachel. Der Stachel hat einen Widerhaken und setzt sich so im Opfer fest. Zusammen mit dem Stachel hinterlässt die Biene ein Stück ihres Hinterkörpers und eine Giftdrüse mit Giftblase. In dieser Giftblase befindet sich der Giftstoff, der dann in die Blutbahn des Opfers gepumpt wird. Gleichzeitig wird mit jedem Stich ein Duftsignal ausgegeben, das “den Gegner” für die anderen Bienen markiert und zu weiteren Stichen aufruft. Das konnten wir so allerdings noch nicht wirklich beobachten. Durch die gravierende Verletzung ist der Stich nicht nur für kleinere Insekten, sondern auch für die Biene selbst tödlich.

So ganz nebenbei: das ist für uns Imker gar nicht so schlecht 😀 wenn man durch den Stich stirbt, sticht man natürlich seltener. Bei einem Stichverhalten wie man es von Wespen kennt möchte ich wirklich kein Imker sein.

Im letzten Post habe ich ein Update zu unserer erneut verbesserten Honigschleuder angekündigt. Das würde ich gerne noch um einen Blogpost verschieben. Unsere Honigschleuder leistet jetzt gerade, während ich diesen Post schreibe, wertvolle Arbeit bei unseren Imkerfreunden Michael und Alex. Im nächsten Post erfahrt ihr also nicht nur was wir an unserer Schleuder verbessert haben, sondern auch wie sich das in der Praxis bewährt hat. 

Ich freue mich schon wahnsinnig auf das Wochenende und unsere zweite Ernte. Mal schauen ob wir es wieder schaffen euch live teilhaben zu lassen.

Liebe Grüße,

Maik

No comments

Be the first to write a comment.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.